Thema - Die Situation auf dem Arbeitsplatz: Frust? Wohlfühlen?

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Aktuelle Zeit: 24.10.2017, 05:59 | 


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 [ 12 Beiträge ]  [ Thema gestartet von: marcu ]
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BeitragVerfasst: 11.10.2017, 20:50 
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Inventar
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Vorsicht, langer Text! Weil Frust. :oops:

Ich denke schon länger drüber nach.

Habe mich in diesem Forum letzte Tage mal per pn unterhalten.
Und fand Bestätigung.
"Früher war alles anders!" (Scheissspruch. weiß ich!)

Bin ja 60 - und wenn ich drüber nachdenke, wie es früher war:
Das Wichtigste auf der Arbeit war eigentlich die GEMEINSCHAFT.
Es gab noch ein Für- und Miteinander.
Pflichtbewußt und vertrauensvoll, und größtenteils auch anständig.
(Wer gern zur Arbeit ging, brachte auch gute Ergebnisse.)

Es wurde (meistens) Hand in Hand gearbeitet, die Kollegen haben sich
(sehr selten weniger)
gut verstanden, und es wurde sich gegenseitig angelernt, unter die Arme gegriffen.

Es war auch gar kein Problem jemand zu finden, der nebenher noch zusätzlich
"eben mal"
für alle Anderen, ohne Bezahlung, ohne DANKE, aber anerkannt! :sehrgut:
Extra-Arbeiten macht
-also Mineralwasser für alle Kastenweise beim Lieferservice bestellen,
wenn jemand geburtstaglich rundet oder sich verabschiedet,
Brötchen schmieren und belegen, Tisch decken,
sich für den Personalrat zur Verfügung zu stellen -
jemand nach Hause fahren, wenn's dem dreckig ging
oder einen Betriebsausflug zu organisieren
oder aber gewissenhaft und zuverlässig die Gemeinschaftskasse zu führen,
mal jemanden anzurufen oder gar im Krankenhaus zu besuchen, der krank ist.
(Und das nicht unbedingt während der Arbeitszeit.)

Vielleicht fragen sich die Jüngeren jetzt: was ist
Betriebsausflug,
Gemeinschaftskasse,
Getränkelieferservice in der Firma?

In welcher Firma gibt es denn noch gemeinschaftlichen Zusammenhalt?
Ein Miteinader und Füreinander - und nicht jede(r) sitzt allein da wie "Vogelfrissoderstirb"?

Seit vielen Wochen höre ich mich um -
an der Bushaltestelle mit Leuten, die jeden Tag kommen -
ich weiß was in Leihfirmen abgeht -
in der freien Wirtschaft
auch im öffentlichen Dienst -
und bekomme meine Eindrücke immer mehr bestätigt.

Warum verschließen sich denn fast alle vor den Kollegen,
backen ihr eigenes Brot
und lassen sich nicht mehr auf ein Miteinander ein ???????????????????
Ist es Konkurrenzkampf, und Gleichgültigkeit? :roll:
Ellenbogen zeigen? Egoismus?

Man ist so viele Stunden auf der Arbeit;
man lebt so viel hinter leider meist geschlossenen Türen -
und oftmals arbeiten sogar 2 Personen zusammen (oder sollten sie)
- und dennoch macht jede/r sein eigenes Ding - obwohl es doch eigentlich Hand in Hand gehen sollte?

Selbst Personalrat scheint es nimmer überall zu geben, obwohl vorgeschrieben?
(Weiß ich von einem Leiharbeiter)

Wie fühlt Ihr Euch auf der Arbeit?
Wer fühlt sich dort noch rundherum wohl, weil gegenseitige Rücksicht und Verständnis herrscht?

Ich hoffe, es kommen Antworten.



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BeitragVerfasst: 11.10.2017, 21:08 
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Also ich arbeite in einer Firma wo Gemeinschaft Groß geschrienen wird und die Chefin dann auch das jeweilige Team befragt ob der zukünftige AN auch rein passt. Ich z.B. hatte Schwierigkeiten zu Anfang mit einer Kollegin. Forderung von meiner Chefin "Sprecht Euch aus oder einer von Euch muss gehen".

Bei uns arbeitet jeder Kollege dem anderen zu. Klappt es nicht wird eine Aussprache gefordert und es kann dann auch eine Abmahnung für den Kollegen geben der sich nicht einfügen will.

Also ich kenne noch das Arbeiten damals in der DDR und wie die Kollegen untereinander waren. Hab aber hier im Ostteil Deutschlands auch in Firmen gearbeitet die im Westteil Deutschlands angesiedelt waren. Und arbeite sei 2010 in einem Pflegeunternehmen. Seit ich dort arbeite habe ich schon zu meiner Mutter gesagt "Also arbeitsmößig habe ich die DDR wieder".

Ich brauch mir keinen Kopp mehr um meine Arbeitstelle zu machen und das Betriebsklima ist super. Auch bekomme ich jedes Jahr mehr Lohn und komme meinem Ziel immer weniger ALG II beziehen zu müssen immer näher.

Herz was begehrst Du mehr?

Angela


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BeitragVerfasst: 11.10.2017, 21:18 
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Angela, da gratuliere ich Dir.
Ich würde mir da auch wünschen, und allen neuen Kollegen, die zu uns kommen.
Da gibt es das leider nicht. :sad:



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BeitragVerfasst: 11.10.2017, 21:45 
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marcu hat geschrieben:
Wie fühlt Ihr Euch auf der Arbeit?
Wer fühlt sich dort noch rundherum wohl, weil gegenseitige Rücksicht und Verständnis herrscht?

Ich fühle mich sehr wohl auf meinem Arbeitsplatz.

Noch kürzlich habe ich gelesen: Die deutschen Arbeitnehmer sind mit ihrem Beruf zufrieden, wie eine neue Umfrage belegt. Das sind fast 90 % der Arbeitnehmer, die jeden Tag gerne zur Arbeit gehen.
Entscheidend dabei ist allerdings, ob sich die Mitarbeiter von ihren Führungskräften geschätzt fühlen.

Wichtig ist also, dass die Chefs eine kompetente Arbeit leisten, damit die Mitarbeiter bei Problemen immer einen Ansprechpartner haben und diese Probleme gelöst bekommen.

Gegenseitige Rücksicht und Verständnis sind das Wichtigste in jeder Firma. Dann klappt das auch für alle Mitarbeiter!



Der Mensch glaubt, weil er zum Wissen zu blöd ist - Dieter Nuhr


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BeitragVerfasst: 11.10.2017, 21:50 
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Ich sollte anfangen bei Euch zu arbeiten. :grin:



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BeitragVerfasst: 11.10.2017, 21:59 
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marcu hat geschrieben:
Ich sollte anfangen bei Euch zu arbeiten.

Mach das!
Hast du studiert? :grin:

Aber ohne Quatsch. Wichtig ist wirklich, dass die Führungskräfte auf dem Arbeitsplatz gute Arbeit leisten.
Dann gibt es auch keinen Frust, wie bei dir, marcu. Wetten?



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BeitragVerfasst: 11.10.2017, 22:16 
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Kann ich nur bestätigen.

Wir selbst haben uns in unserer Abteilung bei unserer obersten Chefin gegen unsere Abteilungsleiterin stark gemacht. Jeder war für sie nur Untertan den man anbrüllen und ungerecht behandeln muss. Heute haben wir eine Super Abteilunhsleiterin.

Also soweit ich weis kann unser Unternehmen immer prsonelle Verstärking gebrauchen.

Angela


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BeitragVerfasst: 12.10.2017, 17:36 
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Klatschmohn hat geschrieben:
Hast du studiert? :grin:

:grin: Stukadiert nicht, aber ich bin nachgraduiert worden, *hüstel*: Diplom-Verwaltungswirtin.

:girllachen: (Wer nix wird, wird Wirt!) :_lachen_:

Mich zwiebelt kein Chef - ich habe nämlich momentan keinen, und dessen Vertreter ist nett zu mir...
aber wir haben Leute, die ganz gewaltig von ihrem Chef gezwiebelt werden - und das geht durch die ganze Firma inzwischen und es bilden sich Grüppchen, die zu den verschiedenen Parteien halten; das ist fatal - das macht die Stimmung, die ehemalige Gemeinsamkeit und den Zusammenhalt kaputt.
Und DAS zerstört vieles - das tut weh.

In der Nachbarschaft, sowie morgens und nachmittags an der Bushaltestelle, höre ich das auch, wenn ich das Thema anspreche - weil es mich eben sehr beschäftigt.
(Manch einem geht's am Hinterteil vorbei, aber ich bin teilweise sensibel)



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BeitragVerfasst: 15.10.2017, 10:02 
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Ich kann auch nur sagen, bei uns funktioniert das auch noch sehr gut. Da ich in einem großen Unternehmen arbeite und wir auch große Teams sind, ca. 15 Leute im Team, muss man sich auch integrieren, also ein Teamplayer sein. Bei uns funktioniert das sehr gut. Ich hab in den letzten Jahren durch interne Umstrukturierungen das Team zweimal gewechselt, erst letztes Jahr wieder. Hab mich bisher in jedem Team gut aufgehoben gefühlt und gehe gerne zur Arbeit. Wir machen auch ab und an mal sowas wie einen Teamnachmittag. Und das Unternehmen selbst organisiert auch ebenso mal ab u. an ein Event, wie z.B. jedes Jahr eine Weihnachtsfeier, wo sich der AG nicht lumpen lässt.

Selbst in meinen Nebenjob, wo ich nur ein paar Std. ab und an arbeite, ist immer ein angenehmes Arbeitsklima unter den Kollegen. Die Unternehmensstruktur ist anders also bei meinem Haupt AG, aber das ist ja ne andere Geschichte.



"Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat."
Victor Hugo

„Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.“
Helmut Qualtinger


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BeitragVerfasst: 15.10.2017, 15:14 
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Ich find's toll, conny,
wenn der Arbeitgeber sogar mal ein Fest spendiert.

Ist bei uns nicht der Fall - darf es auch nicht sein.
WENN bei uns sowas stattfindet, organisieren und bezahlen wir das selbst.
Und das ist okay!

Schade, dass von den Jüngeren (viele von uns sind an die 60)
kein Engagement kommt für die Gemeinschaft.
Sei es für den Personalrat, für die Getränkebestellung oder für die Organisation von Gemeinschaftsfestivitäten.
Ich gratuliere Dir zu solch motivierten Chefs, die mit sehr gutem Beispiel vorangehen.
Das steigert ja auch automatisch die Motivation der Mitarbeiter. :sehrgut:
Sowas tät' ich mir für unsere Belegschaft auch wünschen.

Ende März ist unser Chef in den Ruhestand gegangen;
seine Stelle ist bis jetzt nicht ausgeschrieben worden.... :roll:
Vertretung gibt es - aber wann ein neuer Chef kommt, weiß der Geier.
Das soll uns anscheinend auch nicht interessieren dürfen,
denn auf diesbezügliche Fragen gibt es keine akzeptable Antwort. :?



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BeitragVerfasst: 15.10.2017, 18:33 
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Zum einen glaube ich nicht, dass es so unendlich viel schlechter geworden ist.
Habe dieses Thema auch beruflich immer wieder. Und ja da ist eine große Gruppe an Leuten die sehr unzufrieden mit dem Betriebsklima und dessen Folgen sind. Allerdings sehe ich das eher als branchen-, unternehmens- und Abteilungsspezifisch. Es gibt schließlich ebenfalls eine große Gruppe die mit dem Arbeitgeber durchaus zufrieden sind.
Das "Engagement" außerhalb der eigentlichen Arbeit dürfte etwas gesunken sein. Aber eher nur weil es immer weniger gibt die ihr ganzes Leben in einem Betrieb bleiben wollen.

Auch ich gehöre zur zufriedenen Gruppe. Ich habe einen Arbeitgeber der mich fördert und unterstützt. Das Betriebsklima ist gut. Ich verstehe mich auch mit den Kollegen gut. Natürlich gibt es immer etwas zu meckern - aber wo gibt es das nicht?



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Erwachsen sein bedeutet keine Nachsicht mehr zu erhalten


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BeitragVerfasst: 15.10.2017, 18:38 
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Mir bleibt nichts anderes übrig, als im gleichen Betrieb zu bleiben.



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